Galerie am Stall
     
 

Kindheitserinnerungen sind Erinnerungsfragmente – wir erinnern uns an einzelne Personen, einzelne Erlebnisse oder einzelne Orte. Je weiter zurückliegend, desto verschwommener. Konkrete Erinnerungen mutieren mit zunehmendem zeitlichen Abstand eher zu erinnerten Stimmungen und assoziativen Szenarien.

Diese Fragmente wieder zu einem Ganzen zusammenzufügen ist das Thema der Berliner Malerin Andrea Imwiehe. Angeregt durch alte Fotos gibt die Künstlerin in ihren Acrylbildern erinnerten oder vermeintlich erinnerten Orten, Szenerien und Stimmungen ihrer eigenen Kindheit eine bildnerische Gestalt. Es entstehen Bildszenarien in reduzierter gedeckter Farbpalette. Deren besonderer Reiz liegt in der Kombination von detailliert ausgeführter Landschafts- bzw. Vegetationsmalerei und skizzenhafter Architekturdarstellung. In den neuesten Arbeiten beleben Tierdarstellungen die ansonsten menschenleeren Szenerien.

Die skizzierten Gebäude und Industrieanlagen werden häufig als verlassene Ruinen gezeigt, umgeben von einer ihr Terrain zurückerobernden Natur. Lang vergessene Orte, von Imwiehe aus ihrer Erinnerung malerisch wieder zum Leben erweckt. Die Künstlerin trägt diesem Prozess auch in ihrer Maltechnik Rechnung. Sie ritzt in den obersten Farbauftrag Gebäudeskizzen, die so darunter liegende Farbschichten freigeben, ganz so als würden längst verschüttete Erinnerungsfetzen wieder freigelegt.

Die Malerei von Andrea Imwiehe beschert uns ein Stück „Erinnerungskultur“, die beim Betrachter je eigene Erinnerungsprozesse anzustoßen vermag.

 

 

Andrea Imwiehe
Constructing Childhood
Malerei

Eröffnung der Ausstellung: Sonntag, 13. Januar 2019, 15 Uhr

Einführung: Carla Johanna Frese, Kunstwissenschaftlerin, Bremen

Andrea Imwiehe, Anamnesis_102, 2017, Acryl auf Holz, 80x80 cm

Ausstellung vom 13. Januar bis 10. Februar 2019


Öffnungszeiten: Mi-Fr 15-18 Uhr, So 14-18 Uhr
und jederzeit nach Vereinbarung (0171 5334246)

 
 
 
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